Teil 4: Jakarta

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Es bot sich mir die Gelegenheit meinen Freund Dr.Peter Goh (für alle die es nicht wissen: der Mittelsmann, der mich nach Singapur verschifft hat) auf eine seiner Geschäftreisen begleiten zu dürfen. Da sagte ich nicht nein!
Und so zogen wir letzten Samstag, den 15. Oktober 2005 um 5 Uhr morgens los gen Changi International Airport, Singapore und jetteten mal kurz ein Stündchen rüber auf die Südhalbkugel des Globus nach Jakarta, Indonesiens Hauptstadt.
Ich wusste, wie wahrscheinlich die meisten von euch, nicht im Entferntesten, was man von dieser Stadt zu erwarten hat… Bombenanschläge vielleicht, aber sonst hört man ja in Europa nicht viel von Jakarta.

Exkurs:
Im Vergleich Deutschland – Singapur – Indonesien hab ich folgendes recherchiert:
Bevölkerung: Deutschland 82.424.609 (Weltrangliste Platz 14) – Singapur 4.42.732 (Weltrangliste …irgendwo hinten) – Indonesien 231.328.092 (Weltrangliste Platz 4 – davon 9.4Mio allein in Jakarta, damit angeblich weltweit auf Platz 4 für reines städtisches Gebiet, nur überboten von Seoul, Sao Paulo und Bombay)
Fläche: Deutschland 357.021qkm (ich meine damit auf Platz 62 oder 63 – Jan hilf!) – Singapur 692.7 qkm (Platz 175 von 192) – Indonesien 1.919.440 qkm (damit auf Platz 15)

Ich bin also völlig unbelastet und ohne jegliches Vorurteil in diese Stadt eingezogen. Und wenn ich ehrlich bin, hab ich auch nicht viel gesehen… Jakarta gehört zu den vielen Städten, wo ein Dasein als Fussgänger überhaupt nicht möglich ist! Es gibt ja nicht einmal Fussgängerampeln oder Überführungen! Und der Verkehr schafft es geradezu noch Bangkok zu toppen!
Unsere liebe Gastgeberin Berthy hat uns davon erzählt, dass sie 35km von ihrer Arbeitstelle entfernt wohnt. Aber wegen des allmorgendlichen Verkehrszusammenbruchs braucht sie für diese Strecke satte zweieinhalb Stunden (!) und muss somit immer schon um 4.30h aufstehen um pünktlich bei der Arbeit zu sein… Und Jakarta ist groooooss! Was wir samstags für Strecken zurückgelegt haben… Immer wieder hiess es „Ach, das ist nicht weit von hier.“ Oder „Nee, das ist da gleich nebenan!“.
‚Nebenan’ heisst folglich 10 Minuten Autofahrt und ‚nicht weit von hier’ ca eine Dreiviertelstunde. Wieder was gelernt!
Auch ist es in Jakarta üblich sich einen Taxi-Fahrer für den ganzen Tag warm zu halten; a) weil ohne wäre man aufgeschmissen und b) berechnen die Guten die Wartezeit auch gar nicht! Und so sind wir Samstag im Dreier-Team (Peter, Violet eine hiesige Lifestyle-Celebrity und Köchin und ich) mit Fahrer und Gastgeberin ausgestattet, zu Peters verschiedenen Metings gefahren, haben lecker zu Mittag gegessen, dann kurz eine befreundete Zahnärztin daheim besucht, ins Hotel eingecheckt, einen knapp einstündigen Shoppingausflug gemacht und dann wieder leckerst im Hilton Hotel zu Abend geschmeckert und den Abend dann mit anschliessenden Diskussionen in der Hotel Lounge auslaufen lassen! Es war ein sehr langer Tag!
Dementsprechend ist es mehr als nachvollziehbar, dass Violet und ich am nächsten Tag auf weitere Shoppingtouren verzichtet haben und während Peter seinen vielen Patienten auf alleilei Sprachen zugehört hat, haben wir uns einem ausführlichsten SPA hingegeben…alles in allem 6 Stunden lang haben wir uns wie Königinnen verwöhnen lassen, wurden gepeelt, massiert und in Ganzkörper’packungen’ gewickelt, abschliessend noch Mani- und Pediküre und das alles für den Spitzenpreis von 368.500 Indonesische Rupiah… also 33 Euro!!!
[Aber das ist leider Gottes kein regulärer Preis..wir hatten 40% Rabatt, weil Peter seine Konsultationen in besagtem SPA abhielt. Aber auch ohne Rabatt ein Preis, den man in Deutschland kaum zu träumen wagt!][…und ja, hier wird man schnell Millionär!]
Und ich fühlte mich so wohlig und erschöpft, dass ich eigentlich die ganze Zeit durchgeschlafen hat und immer wieder unglaublich erschrocken bin, wenn meine zuvorkommende Masseurin mich antippte und sagte „Miss Inga? Urguluurdalugoluguridu…“. Geduldig wie ein Fels in der Brandung hat sie mir alles auf indonesisch versucht zu erklären, bis ich die richtige Antwort erraten hab (z.B. ich sollte mich umdrehen).
Ja, und anschliessend spurteten wir zum Flughafen und checkten mit unserem neu-erworbenen Samurai-Schwert ein…naiv-unwissentlich in dem Glauben Samurai-Schwerter seinen Kunst und nicht…Waffen!
Aber dazu ein andern Mal!

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