05.Juli 2005: Zweieinhalb Monate 11 000 Kilometer von daheim

Ich lebe noch immer – wieso weiss ich nicht!

Bin auch gerade nicht unbedingt in der richtigen Verfassung einen Bericht zu erfassen, aber ich tu mein Bestes (um nicht meinen Arbeitsbericht zu schreiben).

Seit heute geht hier das grosse Wetten los, welche Stadt wohl fuer die Sommer-Olympiade 2012 gewaehlt wird.
Moskau, Madrid, New York, Paris oder London.
Schwere Entscheidung!
Ich waer ja fuer Paris – da kann man auch mit dem Auto hinfahren (gesetzt den Fall ich bin dann zurueck in der Heimat).
Aber ich bin ja so schrcklich schlecht darin mich zu entscheiden, habe eine Muenze geworfen und mich fuer London entschieden.
Morgen um14h Singapore time wissen wir mehr!

Ansonsten, ja, der Kongress.
Donnerstag, den 23.Juni sind wir allesamt mit Akten und Computern nach Suntec (Austellungs/Messezentrum mit Anschluss zu eigenen Einkaufszentren und Hotels) gezogen und haben in die Hotels auf der gegenueberliegenden Strassenseite eingecheckt (sprich: PanPacific und ConradCentennial).
Meine ‚Mitbewohnerin‘ kam schon in der dritten Nacht in den Genuss des Hotelcomforts… Soviel zum allgemeinen Arbeitspensum.

War alles sehr stressig!
Wir hatten ein Sekretariat vor Ort und jeder verirrte Doktor meinte bei uns alles was sein Herz begehrt zu bekommen.
Nur als Beispiel: Da kam ein Mexikaner plus Frau daher, sprach kein Wort englisch (es war offiziell ein englischsprachiger Kongress ohne Uebersetzer) und faselte irgendwas von seiner fehlenden Bestaetigung fuer den ‚post-congress‘. – Ja, verstehen kann ich spanisch, nur nicht antworten! – Wie dem auch sei; ich hab dann jemanden gefunden, der englisch UND spanisch spricht, hab fuer den guten Doktor die richtige Telefonnummer rausgefunden (wir waren naemlich NICHT die Veranstalter des post congress, nur pre- und main-congress) und mein bestes getan, freundlich und zuvorkommend zu wirken.

Wenn nicht grad solche Anfragen bzw wenn unsere niedlichen Aushilfskraefte sich selbst zu helfen wussten, sass ich meist an meinem PC, hab fuer alle Emails gecheckt (ich war die einzige aus unserem Buero mit PC, Internet- und Druckeranschluss vor Ort..), meine Gaestelisten fuer meine ploetzlich 4 statt 3 Events aktualisiert und mich darum gekuemmert, dass der Druck meiner Menue-Karten, Re-entry Cards, Poster, Banner und was sonst halt noch nicht fertig war, rechtzeitig vor Ort ist.
Sonntag dann bin ich den ganzen Tag wie ein aufgescheuchter Vogel vom dritten in den sechsten in den ersten und zurueck in den dritten und den sechsten Stock gelaufen…
War ich im Sekretariat (3.), rief mich irgendwer ueber Funk in die Veranstaltungshalle (6.). Sobald ich da angekommen war und mich in die Probe eingefunden hatte, wurde ich per Walkie-Talkie zurueck ins Buero/Sekretariat gerufen, um den Presidenten des Kongresses in den Verlauf des Abends und die zu gebrauchende Route einzufuehren. Ich mit Prof Woo also dann ins Erdgeschoss, mit dem Aufzug hoch in den sechten, dann weiter ins vierte zur Ausstellungs/Messehalle – halt eben genau die Strecke fuer die spaetere Tour des Praesidenten von Singapur. Dann ruf aus dem sechten ‚Polizei ist da, um mit mir den Verlauf und die Sicherheit des Praesidenten zu besprechen‘. (Hoert sich spannender an als es ist!) Ich also wieder hoch, und den netten Sicherheitsmann die selbe Strecke wie zuvor Prof Woo Keng-Thye gefuehrt, plus natuerlich artig all seine Fragen beantwortet.
Dann schnell wieder hoch: Special Effects Probe…und warum ist das Publikum schon teilweise auf den Raengen?! Veranstaltungsbeginn 17h – tatsaechliche Uhr zeit 16.25h!!
Ich also schnell per Funk Personal hochbeordert (es wurde mir zuvor verweigert..), hab die Tueren bewachen lassen, alle schnell chaotisch gebrieft . . . und von da an wird es wirklich schwierig fuer euch zu folgen, worueber ich schreibe!
Kurzfassung: Die reservierten VIP Reihen wurden einfach nicht voller, der Praesident musste im ‚holding room‘ warten (das mag er gar nicht!), ich hinter der Buehne verkabelt, konnte die Probleme nicht selber loesen…hab’s aber entgegen der Anordnung des verkabelten Audio-Visuellen-Techniker-Teams dann doch irgendwann (nach diversen Notrufen meiner Chefin aus dem holding room) vor die Buehne geschafft, die Reihen mit not VeryImportantPersons aufgefuellt und den Praesidenten hochgerufen.
Von da an lief alles recht glatt. Taenzer fein, Hostessen ein bisschen lahm, Effekte und Sound etwas zu laut, Timing perfekt (hab ja auch ich gestoppt!) und der anschliessende Cocktailempfang in der Messe-Halle lief auch wunderbar. Ich wurde sogar hinzugerufen, um noch mal mit meiner Kontaktperson (Security/ Assistent or whatever) und seinem Nachfolger zu schwatzen und natuerlich …(tatatata)…den Praesidenten kennenzulernen und ihm froehlich die Haendchen zu schuetteln!
(Beweismaterial ist in Foto- und Video-Version erhaeltlich!)

Soviel zu meinem Sonntag.

Montag hab ich mich dann mehr den allgemeinen Belangen des Sekretariats zugewandt, den Funk-Konversationssalat regelmaessig entknotet (sprich, fuer andere nicht zuhoerende Kollegen geantwortet, oder auf aneinander vorbeireden hingewiesen o.ae.), die letzten Vorbereitungen fuer unser Adhoc Dinner am Abend getroffen und natuerlich mein geliebtes „Presidents‘ Dinner“ fuer den Dienstagabend weiter betreut.
Schoen war, dass das Dinner abends ‚overcatert‘ war – sprich zu viel essen. Also mussten wir erst in einer Gruppe von 10 artig 9 chinesische Gaenge futtern…um dann nachher im Buero ein weiteres Bufet von einem zweiten overcaterten Essen zu bekommen.
Fazit: Der Montag verlief wohlgenaehrt.

Dienstag dann stuerzten sich meine lieben Ko-Organisatorinnen der Societies fuer das abendliche Dinner endgueltig auf mich und meinen Arbeitsplatz. Seit Samstag musste ich ja ‚letzte Aenderungen‘ ueber mich ergehen lassen und mir die Anfragen aller moeglichen arroganten Aerzte anhoeren, die meinten sie gehoerten doch eigentlich auch auf die Gaeste-Liste.
Zum Dinner selbst: geplant war ein Abendessen mit allerlei Programmpunkten im wunderschoenen bereits erwaehnten Raffleshotel und seinen heiligen Hallen. Quantitaet maximal 250 Gaeste fuer ein 9 Gaenge chinesisches Menue. Vorab ein Empfang draussen in einem der wunderschoenen begras- und begruenten Innenhoefe.
Transport falls erwuenscht per Bus von Suntec und einem der weiter entfernten Hotels aus.
Soweit so gut. Seit Samstag aber flatterten aber die Essens-Sonderwuensche und -Allergien nur so zur Tuere herein. …nicht dass wir jeden einzelnen vor ueber einem Monat diesbezueglich angeschrieben und auf unsere Deadline am 10.Juni hingewiesen haetten…
Wie dem auch sei: Gaeste zu frueh, aber zu langsam im Tische auswaehlen, Reden zu lang – Gesamtverzoegerung: 45 Minuten (Das Timing war nicht von mir!).
Dennoch lief alles wunderbar – alle waren gluecklich!

So, den Mittwoch muss ich auf morgen (Mittwoch..) verschieben. Muss jetzt auf einen Geburtstag.

Fuehlt euch gedrueckt!
Inga

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